unterwegs

 

 

Herzlich Willkommen auf meiner Homepage!

Ich schreibe über Anfänge, die Weiterführung eines alten Traums und darüber, daß es nie zu spät ist, sich einem Herzensthema zu widmen. Ich freue mich, wenn Sie Interesse haben, meinen Gedanken zu folgen und auf den folgenden Seiten zu stöbern. Schreiben Sie mir gerne, ich freue mich auf Ihre Anregungen.

unterwegs

Alles anders

Als Gast in meiner Heimatstadt im Wohnmobil stehen. Es war nicht ganz freiwillig, als ich mich am 5.5.22 aufgemacht habe, unterwegs zu sein. Aber dass ab morgen wieder alles anders ist, damit hatte keiner rechnen können: meine Untermieterin hatte nach neun Jahren innerhalb zwei Monaten eine Wohnung gefunden. Somit bin ich ab morgen nicht mehr „obdachlos“. Der Begriff „unterwegs “ bekommt schlagartig eine neue Bedeutung.

Solange ich denken kann, empfinde ich mein Leben als Reise. Ich bin sehr oft umgezogen, habe sehr viele Menschen getroffen und viele Berufe erlernt und noch viel mehr Jobs gemacht.

Aber das unterwegssein ohne „festes Dach über dem Kopf“ ist nochmal ganz etwas anderes. Und ich fühle mich sehr privilegiert in meiner Reise: ich spreche die Sprache, ich habe Kontakte, habe mir vorher einen Plan gemacht und ….leider kam nun auch noch Corona als Planänderung dazwischen…

Die Pandemie, die seit zwei Jahren soviel änderte, natürlich auch mein Leben.

Wenn es unerträglich ist, da, wo man lebt, muss man sich eben auf den Weg machen, so war es am 5.5.22 auch wieder bei mir. Eine bewährte Strategie. Und da ich erstmal nicht wusste wohin, bin ich in mein Wohnmobil gezogen. Die erste Station war Magdeburg: Methoden Workshop qualitative Forschung, Universität Magdeburg.

Mein Ziel vor Augen: Promotion.

Eine Wohnung ändert alles: ab morgen bin ich wieder privat. Und habe dann meinen Schreibtisch in meinem Zimmer. Um sich konzentrieren zu können, brauche ich den: als Freiberuflerin und Wissenschaftlerin. Wenn man außerhalb der Stadt ist, irgendwo im Grünen, ist es völlig eindeutig: man ist unterwegs, hat womöglich Urlaub. Aber in der Stadt zu stehen, inmitten eines Wohngebietes…., es fühlt sich „unbehaust“ an. Wenig Privatsphäre. Wie müssen sich Menschen fühlen, die längere Zeit auf der Straße leben? Ständig unter Beobachtung! Ständig auf Hilfe angewiesen! Und keinen „Raum für sich alleine“.

Ich habe dabei noch das Privileg, aus meinem Wohnmobil heraus, Menschen beobachten zu können, ohne gesehen zu werden.

Ich habe nie Angst gehabt, unterwegs zu sein, seit 2019 bin ich Besitzerin meines alten L300 und bin die meiste Zeit alleine unterwegs, seit fast 20.000km.

Es war jetzt ein Notfallprogramm unterwegs zu sein, alles anders gedacht und dafür da, erstmal „weg“ zu sein. Wenn Pläne sich ändern, muss Abstand gewonnen werden um Raum zwischen dem urspünglichen Wunsch und der wahrgenommenen Realität zu schaffen. Frust- und Trauerbearbeitung. Und dabei hilft mir immer „unterwegs sein“. Nach einer Lebenskrise, nach einem geplatzten Traum: unterwegs sein, um zu spüren, dass ich handlungsfähig bin und spüren, dass ich körperlich fähig zur Fortbewegung bin und über die Wegstrecke und die neuen Begegnungen das Vergangene erstmal hinter sich lassen und über die mentale Gesundung eine neue Perspektive auf die Vergangenheit gewinnen.

sein

Wenn ich als Kind gefragt wurde, was ich denn “ mal werden“ möchte, antwortete ich (vermutlich mit einem gewissen Trotz in der Stimme): „wieso? Ich bin doch schon etwas.“

Wenn ich heute eine Reihenfolge im „sein“ aufstellen sollte dann würde sie vermutlichso aussehen: Mensch, Frau, Lesbe …und Hamburgerin. Und Einiges mittenmang. Sozusagen.

 

 

Hamburgerin

Ich bin Hamburgerin. In Altona geboren, auf dem Kiez im Kindergarten gewesen, Schwimmen im Kaifu und im Thedebad gelernt. Sonntags gings auf den Fischmarkt, Äpfel aus dem Alten Land, meine Mutter hatte ihre Bauern, an den Stand sind wir immer gegangen, mein Bruder, Helga und ich. Jetzt bin ich Gast hier. Steh mit meinem Wohnmobil in der Nähe Max- Brauer- allee, ganz in der Nähe „meiner“ Wohnung und auch dort, wo meine Mutter ihre letzten Lebensjahre verbrachte, nachdem sie aus ihrer Wohnung vom Schulterblatt wegzog, in der sie 40 Jahre gewohnt hatte. Am Schulterblatt im Schanzenviertel bin ich groß geworden.